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Griechenland

Der Überfall

Endlich im Land der Träume für viele Camper und Overland-Reisende, aber genau hier passiert der Alptraum aller Reisenden: 

Es ist heiß! Tagsüber bis zu 38 Grad, keine (Stand-) Klima. Nachts auch um die 30 Grad. Die Schlaf-Situation muss man nicht erklären – es ist mühsam ein Auge zuzumachen.
Endlich regnet es, es kühlt ab: 29 Grad.

Wir gehen ins Bett, Hecktüren offen, Seitentüre offen, der Kühle Wind weht quer durch Sylvie, super angenehm, wir lassen noch eine Weile offen und machen zu bevor wir dann endgültig einschlafen …

Eingeschlafen! instinktiv reisst es mir die Augen auf: Hab ich da was gehört? – Ich glaube ich sehe nicht richtig! Da stehen zwei Männer in unserem Heim – einer durchstöbert die Gewürzlade, der andere ist mit einem Fuß in meinem Wohnzimmer und schaut dem anderen über die Schulter. Echt jetzt? „Heeeeeeeeeeeeeeee!!!“ mein Angriffsschrei mit ungefähr 125dB, ich springe auf! Die Eindringlinge erschrecken – den einen überschlagt es fast bei der Flucht (wenn ich nicht selber gerade erschrocken wäre, wäre mir fast zu lachen gewesen). Den anderen pack ich beim Shirt und „helfe“ ihm beim Ausstieg aus Sylvie. Kaja verkriecht sich unter der Decke. Ich auf 180 – nein eher 220. Ganz cool versucht der „Bär“, mir Gegenüber, mit Worten die Situation zu entschärfen. Ich verstehe Ihn nicht, er mich vermutlich auch nicht. Meine Hand immer noch an seinem Shirt. 

Was dein Problem ist, hab ich dich gefragt!” , ich weiterhin mit 120dB. Sichtlich erschrocken und eingeschüchtert will er mich immer noch beruhigen. Wenn er nicht gerade „der Bär” gewesen wäre, hätte ich Ihm gerne eine geballert – aber das Echo hätte ich vermutlich nicht gut vertragen. Sein Komplize der vorher in Windeseile weggestolpert ist, steht auf einmal mit dem Fluchtwagen bereit: Tür auf, der „Bär“ steigt ein und schon sind Sie weg. Filmreife Szene.

Alter was geht ab? Wir sind in Griechenland und nicht in Pakistan! Kurz müssen wir die Situation verarbeiten… Kaja will weg von hier. Nein, die kommen nicht mehr – wir haben Sie in die Flucht geschlagen – den schönen Spot lassen wir uns von niemanden verderben!

Kurz checken wir ob was fehlt – die Gewürzlade war sichtlich nicht mehr an Ihrem Ort, die Beifahrertür war auch auf einmal offen: Handy, Geldtasche, Schlüssel, Pässe, Kameras, Laptop, … das wichtigste/teuerste ist da.

Wir verriegeln alles und versuchen wieder zu schlafen – endlich eine Kühle Nacht, aber wieder kaum Schlaf.

Nächsten Tag fällt auf, dass Kajas Tasche mit einigen Ladekabeln fehlt. Sonst dürfte alles da sein. Könnte schlimmer sein. Nochmal mit einem Schrecken davongekommen.

Wir haben nächsten Tag unser Hitzeproblem nochmal durchdacht und einige Sicherungen und Verriegelungen für „einen-Spalt-offene-Türen“ gemacht. Ein Dachbett für ganz heisse Tage wurde auch ins Leben gerufen. 😀

Ansonten waren wir meistens entlang der Küste unterwegs Richtung Athen, waren baden, schnorcheln und chillten am Strand. In Athen machen wir für 2 Tage eine kleine Sightseeingtour bevor es weiter Richtung Peloponnes ging. Hier mussten wir den korintischen Kanal überqueren. 

Einmal hat uns die Polizei freundlich gebeten nicht am Berg im Wald zu übernachten, die Waldbrandgefahr ist zu hoch und dass das hier wirklich ein Problem ist, mussten wir später noch mitansehen. 

Weiter in Korinth am Strand beim Baden: Kaja Springt aus dem Wasser und schreit: “Ein Octopus! Er hat sich bei mir festgesogen.” Ich dachte mir nur: “Jaja, jetzt hat Sie schonwieder Angst vor einem Fisch.” Aber da war wirklich auf einmal ein Octopus am Strand im seichten Gewässer. Er war ziemlich aggresiv und hat uns und die Kamera mehrmals “attackiert”. … auf jedenfall gab es später zum Abendessen dann gebratenen Octopus. 😀

(Das hört sich böse an, aber wer einen Octopus im Geschäft kauft, dem wiederfuhr vorher auch dieses Schicksal.)

Zahlen:  +8 Tage   // +878km  //  + 1 Zwischenfall: ÜBERFALL!