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Mexiko: Cozumel

Strenge Maskenpflicht!

… aber dazu später mehr! 

 Alles von vorne: 

Wir kommen mit Arturo auf die Insel. Cozumel. Noch auf der Fähre erzählt er uns, dass er heute Abend mit seinen Freunden Campen geht und fragt uns ob wir mitkommen wollen? Na Klar!

Wir stellten nur schnell unsere Sachen in unserem neuen Apartment ab und schon geht es los. „Wir müssen noch schnell das Auto wechseln.“ – später wird mir auch klar warum – der Weg führt durch den Dschungel und beinhaltet alles was das Offroadherz begehrt: Schlamm, schroffe Steine und tiefster Sand, das Auto passt geradeso durch einen kleinen ausgeschnittenen Pfad – mehr für Motorräder als für das Auto. Selbst mit 4×4 schwer zu erreichen. Wir campen mitten in der Natur – im weißen Sandstrand direkt vor dem Meer. Geil. Bevor die Sonne untergeht bauen wir noch die Zelte auf, dann wird der Griller gestartet und es gibt wieder feinste mexikanische Kost! Der Abend klingt mit feinsten mexikanischen Getränken aus. 😄

Am nächsten Morgen bekommen wir auch noch Besuch von Waschbären und wir müssen unsere Nahrungsvorräte bewachen 😀 Es wird gechillt, gebaadet und eigentlich immer gegessen. 😅

Bevor wir diesen schönen Platz wieder verlassen, sammeln wir vorbildlichst, ein paar Säcke voll Müll und hinterlassen den Strand noch schöner als er vorher war.

Hier ist nach dem “Great-Barrier-Reef” in Australien das zweitgrößte Barriere Riff der Welt beheimatet. Also perfekt zum Tauchen – Maskenpflicht. 

Wir tauchen ab auf ca. 18m Tiefe. Es herrschen starke – für mich als noch unerfahrenen Taucher, ungewohnte Strömungen. (Das ist übrigens auch der Grund warum das Wasser hier so klar ist.) Zufälligerweise kommen wir am Meeresgrund gleich bei einer kleinen „Höhle“, mit etwa 5m tiefe, vorbei und tauchen hindurch. Der Tauchlehrer vor mir, Kaja hinter mir. Kurz nach dem Höhlenausgang passiert dann das worst-Case-Szenario eines jeden Tauchers:
Ich hole einen guten Zug Luft und genau in diesem Moment reisst es mir schlagartig das Mundstück aus dem Mund und ich bekomme Wasser in die Lunge. Ich musste husten – unter Wasser. Nicht Lustig. Ich merkte, dass sich die Flasche gelöst hat und hinter meinem Rücken runterbaumelt – deswegen der Zug auf das Mundstück. Ich wollte meine Lunge wieder mit Luft füllen, doch aus dem Mundstück war wieder nur Wasser zu bekommen. Keine Luft. Hat sich der Schlauch gelöst? Zu diesem Zeitpunkt war ich noch relativ „cool“ drauf, denn ich wusste: genau für diese Fälle hat man ein Ersatzmundstück, genannt “Oktopus”, mit. Als ich dann aber über dieses ebenso keine Luft bekam, geriet ich in Panik, auf das war ich nicht vorbereitet. Wo ist Kaja oder der Tauchlehrer? Ich versuche panisch gegen die Strömung zu Kaja zu kommen – ohne Luft. Sie ist noch in der Strömungsabdeckung. Ihr Blick gilt zu diesem Zeitpunkt nicht mir, was aufgrund der wunderschönen Umgebung auch berechtigt ist, aber genau jetzt? Ich versuche es nochmals mit der Luft aus dem “Oktopus”. Erfolglos. Den Tauchlehrer kann ich gar nicht mehr Orten (obwohl er nicht weit weg war). Ich sehe keinen Ausweg mehr und fange reflexartig an aufzusteigen – wie eine Rakete. Ich brauche Luft. Ich weiß ganz genau, dass das absolut falsch ist, aber ich brauche Luft. Noch während dem Aufstieg gehen mir 1000 Gedanken durch den Kopf. Tauchunfall? Lungenüberdehnung? Taucherkrankheit? Meine Einzige Hoffnung: Ich musste vorher husten und meine Lunge war quasi „leer“ – hoffentlich keine Lungenüberdehnung… 

An der Oberfläche die Rettung: LUFT. Ich blase das Jacket voll auf, damit es als „Schwimmweste“ dient falls ich in den nächsten Momenten noch ohnmächtig werde… Nach kurzer Erhohlung an der Wasseroberfläche treibend, kommt mir das Taucherboot entgegen und wundert sich was ich hier mache. Ich Komme an Bord und erzähle was passiert ist. Ich checke die Ausrüstung: beide Mundstücke funktionieren. WTF? War der Schlauch abgeknickt …? Keine Ahnung was passiert war. Mir gings gut, ich bekam kein kribbeln in den Gliedern und das ganze ging glimpflich aus. 

Keine Taucherkrankheit, vermutlich weil wir erst wenige Minuten unter Wasser waren und noch kaum Stickstoff in meinem Blut war. … 

In der Praxis ist es dann gar nicht so einfach in dieser Situation wirklich ruhig zu bleiben. Wieder viel dazugelernt. Puh … 

Info:  Je tiefer man abtaucht, desto weniger werden die Farben aufgrund des fehlenden Lichtes, auch die Gopro bringt die Farben nicht ganz aufs Bild. Lauter Blau- & Grüntöne. Stellt euch die warmen Farben (vor allem rot) um eine Spur intensiver vor 🙂  

Nach einer ausgiebigen Pause war ich (mit Absprache vom Tauchlehrer) beim zweiten Tauchgang wieder dabei, Ausrüstung extra 3-fach durchgecheckt. Passt alles. 

Diesmal war alles sehr entspannt, auch als auf einmal ein kleiner Hai, aus dem nichts, nur wenige Zentimeter unter uns durchschwimmt 😀 

Kaja wollte anfangs gar nicht tauchen gehen, weil es ja hier Haie gibt, aber schon kurz nach dem Tauchgang meinte Sie: „Ich freu mich schon auf den nächsten Tauchgang, da sehen wir bestimmt wieder welche und hoffentlich auch noch größere“. 😀

Selbst beim Schnorcheln erlebt man hier außergewöhnliches 🙂 

Zwischendurch fragt mich Arturo ob ich bei einer kleinen Motorradtour durch den Dschungel dabei bin. Ja Klar! 

Er zeigt mir seine Garage und ich bin im 7ten Himmel 😍 Ich bekomme eine KTM SXF350, genauso eine hatte ich früher auch. Mein Unfall ist nun fast 3 Jahre her und ich bin inzwischen nie wieder auf einer Motocross-Maschine gesessen. Anfangs war ich sehr vorsichtig, aber schon nach kurzer Zeit merkte ich: Das ist wie SEX – man verlernt es nicht! Der Speed (… upps Mama liest mit) … ähm …der FUN war sofort wieder da. 😎 

Die Strecke durch den Dschungel war, wie mit dem Truck …  eng, sandig, teilweise steinig, … also richtig anstrengend… aber unerwarteterweise konnte ich mit den anderen gut mithalten. Keine Probleme mit der Schulter. 👍

Ich frage Arturo ob er jemanden kennt der mir Kitesurfen beibringen könnte? Ja klar, er kennt den besten Kiter der Insel: Paco Chan. Er hat angeblich vor einigen Jahren sogar bei einer Olympiade mitgemacht und war vorne mit dabei. Cooler Typ 😎

Ich bekomme Privatunterricht:

Am ersten Tag passt der Wind sehr gut und ich schaffe es innerhalb weniger Stunden den Kite einigermaßen gut fliegen zu können, auch der “Water-Drag” funktioniert schon. Ich bekomme sogar lob von mehreren anderen Kitern: “Dein erster Tag?” – “Ja!” – “Tolle Leistung! 👍“. 

Doch die nächsten beiden Tage habe ich kein gutes Gefühl: anderer Kite, Wind kommt genau 90° auf den Strand zu (nicht querab) und ist sehr böhig. Schwierigere Situation. Mir stürzt der Kite einige Male ab. Zwischendurch schaffe ich es für zwei Sekunden auf dem Bord zu stehen. Paco zeigt mir wie ich den Kite bei einem Windloch in der Luft halten kann, aber ich kapiers einfach nicht. Kein Lob vom Profi! Leicht demotiviert. Aber die anderen erfahrenen Kiter kämpfen auch und sie erklären mir: “Kiten hat eine extreme Lernkurve … und auf einmal kann man es dann.”

…. naja wir werden sehen, ich bin noch nicht fertig mit dem Kurs 😅 

Zahlen:  +14 Tage // +548 km Backpacking // + 1 Zwischenfall: Tauchunfall