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Mexiko: Cozumel II

Krankenstand.

Hier auf Cozumel ist alles auf Tourismus ausgelegt. Angeblich kommen hier bis zu 6 Mio. Urlauber jedes Jahr, wobei die Insel knapp 100.000 Einwohner zählt. Derzeit ist aber kaum was los, in den meisten Restaurants sind wir alleine, wir genießen es … 

Ich bin dabei meinen Kitesurfkurs abzuschließen. Der letzte Tag: Paco meint, heute sind die Bedingungen sehr rau (für Anfänger) und zeigt auf das Wasser. Wir sind auf der anderen Seite der Insel wo meist etwas höhere Wellen sind – und ja, das sind Sie. Der Wind ist etwas stärker als sonst, die Windrichtung diesmal genau richtig  – eigentlich Perfekt um endlich richtig Surfen zu lernen. Er fragt ob ich mit den Wellen klar kommen werde? Ein Kanadier, auch Kiter, welcher österreichische Wurzeln hat, fällt mir ins Wort: “Ein Österreicher hat keine Angst!” – dies konnte ich nur bestätigen. 🙂 

Also geht es los: Kite und Board geschnappt, rein ins Knietiefe Wasser, die letzten Anweisungen vom Profi aufgeschnappt und geübt, geübt, geübt, … Ich brauchte eine Weile um herauszufinden wie ich am besten mit den Wellen umgehe, denn kaum habe ich es geschafft im Wasser “liegend” das Board anzuschnallen, währenddessen den Kite im Auge zu behalten, reisst mir die nächste Welle dieses wieder aus den Füßen bevor ich aus dem Wasser komme. Aber dann auf einmal kam ich schon gut auf und konnte schon die ersten 10-15-20m auf dem Board stehenbleiben und gleichzeitig den Kite geziehlt in die “Powerzone” lenken. GEIL! Echt gutes Feeling. 

Leider gab es dann wieder einen Zwischenfall:

Ich falle (wieder mal) ins Wasser und muss mir das ganze Equipment wieder richten. Soweit kein Problem. Ich muss ein paar Meter im Wasser herumlaufen um das Board wieder zu erwischen und genau da passierte es: mit vollem Schwung und einer Welle im Rücken trete ich im Knietiefen Wasser auf etwas sehr spitzes. Ich schreie auf und halte den Fuß aus dem Wasser – die blutigen Details erspare ich euch. Ich rette mich auf allen vieren auf den sicheren Strand. 

Es hatte sich angefühlt, als wär ich auf ein Messer getreten – was die Wunde ganz gut beschreibt, sie war sehr tief. 

Paco war äußerst erschrocken und hat mit dementsprechenden Wirbel meinen Abtransport ins Krankenhaus organisiert. Anfangs bestand der Verdacht, von einem Stachelrochen erwischt worden zu sein – diese Vermutung wurde später aber wiederlegt. 

Gott sei Dank waren hier einige mit einem ordentlichen Truck mit dabei. Somit konnten sie mich aus weiter Entfernung am Strand abholen – ich hätte keinen Schritt mehr gehen können, denn Zeitgleich wurde mir auch ziemlich schwarz vor Augen.

Am Weg ins Krankenhaus hat mich Paco mit einer Dose Bier beruhig – hat geholfen! 

Mein Fuß musste genäht werden, also konnte ich die nächsten Tage, ausser der Einnahme von Schmerzmittel und Antibiotikum (vorbeugend gegen Entzündung), nichts unternehmen

DANKE an alle HELFER! 

Blöderweise mussten wir, aufgrund eines Wasserrohrbruches, am selben Tag noch in ein anderes Quartier übersiedeln. Welch ein Spaß!

Für die folgenden Tage erwieß sich das neue Quartier aber als BESTENS geeignet: 

Wir bekamen ein komplettes Haus mitten im Urwald, umgeben von einem riesigem Grundstück, es ist angenehm ruhig. Hier laufen 7-8  Hunde herum welche von der Straße gerettet worden sind. Später bauten wir auch noch eine Hundefutter Station. Wir haben einen eigenen Pool für uns alleine (den ich die ersten Tage leider nicht nutzen konnte). Eine kleine Oase. 

Als Ausgleich für das schlecht funktionierende Internet gab es drei Papageien mit denen es auch nie langweilig wurde. Sie reden gern und viel und nach ein paar Tagen stellten wir fest, dass sie hauptsächlich (spanische) Schimpfwörter können. 😀 

Kaja behauptete, dass in ihrem Zimmer eine Maus lebt. Wir bekamen die Aufgabe sie zu fangen, allerdings wurde aus einer Maus eine ganze Mausfamilie. 😀

Und weil das alles noch nicht genug war, bekam ich zusätzlich noch richtig Darmprobleme. Ich war müde und komplett erschöpft. Für ein paar Tage war ich völlig ausser Gefecht.  

Naja gehört irgendwie dazu oder? 😀 

Als es meinem Fuß wieder etwas besser ging, gingen wir mit Paco Abendessen. Die Lokale sind ja alle offen und es spielte sogar eine Liveband.  Aber schon vor dem Abendessen standen eine Flasche Tequilla und eine Flasche Jonny Walker da – mehr muss man dazu nicht erzählen. 😅

Nachdem ich meine Darmprobleme wieder einigermaßen in den Griff bekam, musste ich wieder jede Menge Energie tanken. Als Humpelstilzchen konnte ich auch immer noch nicht viel unternehmen, aber essen gehen geht natürlich immer 😀

ABER: Ich musste feststellen, dass man unter Wasser nicht humpelt. 😉

Wir machten wieder eine kleine Tauchtour, … ohne Zwischenfälle 😅 Diesmal ging es durch ein kleines “Canyon”-Gebiet. Ich bin immer noch fasziniert von dieser Unterwasserwelt. Man fragt sich ständig, wann man das Ende dieses Riesenaquariums erreicht hat – doch es kommt nie… 

Zahlen:  +15 Tage // +257 km Backpacking // +1 Zwischenfall: Verletzung am Fuß