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Amerikanische Jungferninseln

Die Vorbereitungen für das große Abenteuer

Hier auf den amerikanischen Jungferninseln sollen die nächsten Abenteuer beginnen.

Mit einer kleinen Propellermaschine reise ich weiter auf die Amerikanischen Jungferninseln. Am Flughafen in Puerto Rico habe ich wieder einmal Pech: es gibt keinen Weg sich ins WLAN einzuloggen und so ist mir nach einer Flugverspätung neun Stunden lang langweilig. Kaum sind wir gestartet kündigt der Pilot auch schon die Landung an, wir waren kaum 20 min unterwegs. Der Flughafen auf den amerikanischen Jungferninseln ist richtig süß: eine kleine Landebahn, ein kleines Gebäude, das Gepäck bekommst du noch direkt aus dem Flugzeug.

 

Zügig geht es mit dem Taxi weiter in dem amerikanischen Yachthafen. Kurzfristig bin ich auf der Straße ziemlich erschrocken – Linksverkehr. Dort angekommen muss ich aber leider feststellen, dass ich nicht so leicht zum Boot komme. Alles Stege sind abgesperrt und die Büros sind so spät Abends nicht mehr besetzt. Beim ersten Steg wo ich das Boot vermute (ich habe nur ungefähre Informationen) klettere ich über den ca. 3m hohen Zaun – leider finde ich hier das Boot nicht. Am nächsten Steg warte ich ab, bis ein Bootsbesitzer aus der Tür herauskommt und nutze die Gelegenheit mich rein zuschleichen. Die Security sieht das und will mich, mit einem riesen Radau, am liebsten gleich verhaften. Ich erzähle Ihm die ganze Story aber das interessiert Ihn nicht, erst als ich Ihm einige Chatverläufe gezeigt hatte kam er langsam zur „Vernunft“ und half mir schlussendlich das Boot zu suchen. Nach einer weiteren Stunde bin ich endlich am Boot.

Ich beginne in aller Gemütlichkeit, das Boot durchzuchecken, die ersten Lebensmittel die auf der großen Einkaufsliste stehen einzukaufen und die Verstaumöglichkeiten zu checken.

Hier ist ziemlich viel los, die Amerikaner kommen hier alle auf Urlaub her, Covid existiert hier praktisch nicht. Ich bekomme nach mehreren Anläufen keinen Platz in den umliegenden Restaurants (6-7-8 Stück). Somit gönne ich mir eine (normale) Pizza für „takeaway“ für satte 24USD. Die Preise hier sind enorm.

Als ich schon zum x-ten Mal im Lebensmittelmarkt nebenan den Einkaufswagen anfüllte und mehrere hundert bzw. tausend Dollar dort ließ, kannten mich schon alle Verkäuferinnen und fragten mich, was ich denn für eine Party feiere. 😀 Ich erklärte Ihnen meine Situation und sagte Ihnen, dass ich noch des öfteren vorbeikommen werde. Es gab ein riesen Gelächter und in Zukunft hatte ich beim Einkaufen immer einen persönlichen Assistenten. 😀

Ein kurzer Auszug aus der Einkaufliste (sechs Mann für bis zu 35 Tage):
• 700 Liter Trinkwasser
• 20 kg Nudeln und Spaghetti
• 20 kg Haferflocken und Müsli
• 10 kg Kaffee
• 20kg Mehl
• 60 Rollen Klopapier
• 10 kg Reis
• 20kg Kartoffel
• …. 

Nachdem ich viele hundert bzw. tausend Kilogramm Lebensmittel an Bord geschleppt habe, gönnte ich mir mal einen Tag Pause und erkundete die „Hauptstadt“ auf der Insel – „Charlotte Amelie“, wo ich unter anderem auch einen PCR Test machen musste um in Sint Maarten einreisen zu können.

Der PCR Test findet draussen im Freien statt.

Am Tag darauf kam dann auch noch Marc, ebenso Weltreisender, mit an Bord und gemeinsam überstellten wir das Boot auf die 100Sm entfernte Insel Sint Maarten. Zuvor musste ich uns noch ausklarieren (ausreise des Landes am Seeweg), was ich nun auch zum ersten Mal gemacht habe. Es stellte sich heraus, dass dies (zumindest hier) relativ easy ist. Lustig ist, dass der Beamte, nachdem er meinen Pass gesehen hatte, auf einmal Deutsch mit mir Sprach und meinte: „Linz kenne ich, da habe ich Studiert – Johannes Kepler Universität.“ Wir mussten lachen – so klein ist die Welt.

Die Überfahrt gestaltete sich sehr holprig, denn wir mussten 100SM – mehr als 24h nonstop – genau gegen den Wind und gegen die Welle fahren – es knallte die ganze Nacht, wir waren froh als wir ankamen – und hundemüde.

Hier sollten wir in wenigen Tagen den Rest der Crew für die Überfahrt kennenlernen. 

Zahlen:  +8 Tage // + 129 Seemeilen // +1 Land