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Ionisches Meer

Entdeckungstour unter Segel

Unsere Reise setzt sich nach dem Schwedenabenteuer im ionischen Meer fort.

Zu Beginn einer neuen abenteuerlichen Zeit kommen wir zu allererst in Catania auf Sizilien an und übernehmen die Ocean Light wieder für die nächsten vier Wochen, um Sie einmal quer durchs ionische Meer zu segeln.   

Bevor wir uns jedoch der längeren Überfahrt auf Korfu widmen, wollen wir erst einmal ankommen und auch etwas von Sizilien mitnehmen. Wir Ankern drei Nächte lang vor Taormina, leihen uns einen 125ccm Roller aus um uns mobil zu machen und sehen uns die bekannte Stadt an der Küste Siziliens an. Die Stadt im Berghang ist wunderschön aber auch sehr touristisch! Wir laufen einmal quer durch, gehen was essen und dann war es uns wieder genug. 

Links: Ätna, Rechts: Taormina

Am nächsten Tag beschließen wir den Ätna zu besteigen! Die Idee war generell schon länger in unseren Köpfen. Das Wetter passt, also los! Wir düsen mit unserem Roller von der Küste den Ätna hoch bis wir an der Liftstation ankommen – schnell ändert sich die Tempartaur von 30grad am Morgen auf Pullover- und Jackenwetter. Vor Ort haben wir bei einer geführten Tour teilgenommen um den aktiven Vulkan so nah wie möglich zu kommen. Ausgerüstet mit extra geliehenen Bergschuhen und Helm besteigen wir das Bergmassiv, bestehend aus sehr leichtem Lavageröll. Das macht den Aufstieg besonders anstrengend. Stell dir vor du laufst am Sandstrand den Berg hoch – so ähnlich kann man sich das auch vorstellen. Aber der Aufstieg lohnt sich. Wir kommen dem Gipfel sehr nah, so nah man als Toursit kommen darf. Da der Vulkan noch aktiv ist und sich in wenigen Minuten die Situation am Berg ändern kann, darf man sich nur bis zu einer gewissen Höhe mit einem Bergführer begeben. Der Bergführer erzählt uns so einiges über den Ätna. Wir lernen den Vulkan von seiner harmlosen Seite kennen und sehen sogar echtes Lava – im ausgekühlten Zustand natürlich 😛 aber zumindest echte Dampffontänen (oder Löcher?) entdecken wir.

Nach einem weiteren Tag vor Anker, planen und bereiten wir unsere Überfahrt vor. Erster Stopp nach ca. 120SM auf Crotone um eine Nacht zu auszuschlafen. Bei der Weiterfahrt versuchen wir die nächsten 130SM komplett ohne Motor auszukommen und auch bei wenig Wind uns einfach treiben zu lassen. Schon in der ersten Nacht bei 0,00kn Wind finde ich es einfach zu mühsam und starte für 4h den Motor. Danach kommen wir tatsächlich ohne aus. Im absoluten Chilltempo sind wir insgesamt über 40h unterwegs. Zwischendurch sehen wir wieder jede Menge Delfine und dann haben sogar einen Tunfisch mit ca. 75cm und ca. 8kg an Bord geholt. Ein guter Erfolg! Die nächsten 6 Tage habe ich nur Fisch gegessen, da Sonja relativ ungerne Fisch isst. Aber es gibt schlimmeres 😉 

Angekommen auf Griechenland genießen wir vorerst die Zeit auf den kleinen Inseln Othoni und Errikousa. Hier ist das Leben absolut langsam und entspannt. Kaum Touristen sind hier. Wir machen eine kleine Wanderung bis ans andere Ende der Insel und genießen griechische Spezialitäten. Danach segeln wir weiter auf Korfu wo wir einiges zu erledigen haben. Danach machen wir auch hier eine spannende Tour über die Insel mit einem geliehenen Roller.

 

Nach ein paar weiteren Tagen rund um Korfu die wir eher chillig gestalten, bekommen wir Besuch von Freunden.

Othoni
Othoni bei Dämmerung

In den kommenden Tagen segeln wir von Korfu aus über die Inseln Paxos – Antipaxos – Lefkas – Meganisi – Kefalonia – Ithaki bis nach Zakynthos. Die Crew ist sehr motiviert und hat Spaß am Segeln. Wir entdecken ziemlich coole Plätze und lassen es uns gut gehen. Eine kleine Nachtfahrt sorgt für Aktion und Spannung. Aber insgesamt bleibt der Törn ohne besondere Vorkommnisse oder Zwischenfälle. 

 

Weisse Felsen auf Antipaxos

Zu guterletzt machen wir noch einen Abstecher auf die bekannte Shipwreckbeach Bucht. Angeblich soll es hier immer nur so wimmeln von Touristen. Also beschließen wir Morgens um 7:00 schon da zu sein. Gesagt getan, auch wenn das heisst, dass wir um 3:00 Morgens aufstehen und wegfahren müssen weil wir noch ca. 20Sm davon entfernt sind. Das klingeln des nervenden Weckers hat sich gelohnt. Wir sind die ersten hier und genießen eine einsame Erkundungstour beim Wrack.

Nach einer supertollen Zeit in Griechenland wird es Zeit für die nächsten Abenteuer. Sonja hat sich schon längere Zeit auf den Jakobsweg vorbereitet. Und nun ist es soweit. Ihr Soloabenteuer startet in den nächsten Tagen. Ich bin mir sicher, ihr könnt im Anschluss auf Ihren Blog einen Bericht darüber lesen. 

Für mich geht die Reise wieder weiter auf Sardinien. Hier wartet eine großteils unerfahrene Crew auf Ihren Skipper. Anfangs ist die Stimmung an Bord etwas gemischter Gefühle – aber keinesfalls negativ. Für fast alle ist der erste Segeltörn etwas ausserhalb der Komfortzone. Das wendet sich aber auch schnell wieder, schon nach kurzer Zeit sind alle begeistert dabei und können die Schönheit Sardiniens in vollen Zügen genießen. Gegen Ende des Törns wurde meine Aufgabe sogar schon fast komplett entlastet und ich musste nur mehr den Überblick behalten. 🙂 Gerne wieder. 

Im La Maddalena Archipel: Insel Budelli, Razzoli und Cala Santa Maria

Zahlen:  +34 Tage // + 738 Seemeilen // + 2857 Flugmeilen // + 365 km Bus-Zugreisen